Die zentrale Studie zur Bedeutung von Gründerinnen für das Start-up-Ökosystem

Der Female Founders Monitor 2025 des Startup-Verbands in Zusammenarbeit mit der Bertelsmann Stiftung beleuchtet die aktuelle Situation von Gründerinnen im deutschen Start-up-Öksystem.
Erstmals seit fünf Jahren ist der Anteil weiblicher Gründerinnen gesunken - von 20,7 Prozent auf 18,8 Prozent. Diese Entwicklung deutet auf bestehende strukturelle Hürden hin, die Frauen vom Schritt in die Selbstständigkeit abhalten.
Kernergebnisse
- Erstmals sinkt der Gründerinnenanteil im deutschen Start-up-Ökosystem: Nachdem der Wert in den letzten fünf Jahren kontinuierlich gestiegen ist, liegt er aktuell bei 18,8 Prozent. Die Zurückhaltung im privaten Konsum trifft besonders Business-to-Consumer-Geschäftsmodelle (B2C), in denen Frauen stärker vertreten sind.
- Der Gendergap zeichnet sich schon im Studium ab: Während 60 Prozent der Studentinnen größeren Wert auf Arbeitsplatzsicherheit legen, sind dies unter Männern nur 32 Prozent. So können sich 40 Prozent der Studenten vorstellen, ein Unternehmen zu gründen oder in einem Start-up zu arbeiten – unter Frauen nur 21 Prozent.
- Frauen entdecken das Unternehmertum später: 65 Prozent der Start-up-Gründer haben bereits in der Jugend oder im Studium das Karriereziel Unternehmertum für sich entdeckt – bei den Gründerinnen 43 Prozent. Gesellschaftliche Prägungen und Rollenvorstellungen beeinflussen berufliche Entscheidungen also bereits früh.
- Gründer sehen Gendergap seltener als Problem: 87 Prozent der Gründerinnen sehen die Ungleichheit im Start-up-Ökosystem als Problem, jedoch nur jeder zweite Gründer. Wenn Gründer aber in Mixed Teams arbeiten und mindestens eine Mitgründerin haben, steigt das Problembewusstsein auf 64 Prozent.
- Bei Investments gibt es einen positiven Trend: Die Zahl der Venture-Capital-Finanzierungen (VC) für Start-ups mit mindestens einer Gründerin hat sich seit 2017 fast verdoppelt – das investierte Kapital fast vervierfacht. Dennoch fließen immer noch 91 Prozent des Kapitals in reine Männerteams.
- Vereinbarkeit und Vorbilder sind die wichtigsten Hebel: Sowohl Frauen (81 Prozent) als auch Männer (60 Prozent) im Start-up-Ökosystem sehen die Vereinbarkeit von Familie und Unternehmertum als entscheidenden Faktor für den Abbau des Gendergaps – darüber hinaus wird die Bedeutung von Role Models betont.